Spielerisches Bewegen steigert Lebensqualität

„Bewegen ist Leben“

davon ist der Niederländer Joël Kruisselbrink überzeugt. Mit seinen einfachen, aber abwechslungsreichen und lustigen Bewegungsspielen für ältere Menschen bringt er Spaß und Bewegung in Seniorenheime und ähnliche Einrichtungen. Das Spielerische steht für ihn dabei immer im Vordergrund.

Schaut man sich die kurzen Videos von Joël Kruisselbrink auf Instagram oder TikTok an, bekommt man sofort Lust, mitzumachen. Da versucht etwa ein Senior Tischtennisbälle, die ein Pfleger über eine leicht schräg gestellte Tischplatte laufen lässt, mit einer Schüssel aufzufangen. Die Herausforderung dabei ist die verschiedenen kleinen Hindernisse, die auf der Tischplatte aufgestellt sind, und die den Lauf der Tischtennisbälle natürlich stark beeinflussen. Geschicklichkeit und Konzentration sind beim Senior ebenso gefragt, wie der sichtbare Spaß am Spiel. Die Ideen des Niederländers kommen nicht nur bei den Menschen, die er betreut, gut an. Auf Instagram und TikTok hat er hunderttausende Follower, die sich von ihm inspirieren lassen.

So motiviert man zum Bewegen

Joël Kruisselbrink ist Fachmann für integrative Bewegungstherapie und begleitet Menschen mit besonderen Bedürfnissen, vor allem Senioren. „Es handelt sich um ein wichtiges Arbeitsfeld, das sich auf die Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden von Menschen mit körperlichen Einschränkungen, Behinderungen oder chronischen Erkrankungen konzentriert“, sagt Kruisselbrink, der seit 5 Jahren in der Altenpflege arbeitet. Anfangs habe er nur die aktiven Bewohner:innen des Pflegeheims, also jene, die Freude an körperlicher Betätigung hatten, betreut. „Jedes Mal, wenn ich die aktiven Bewohner zurück in ihre Abteilung brachte, sah ich die inaktiven Bewohner, die ihren Tag mit Schlafen verbrachten. Ich wollte daran etwas ändern, sah es als meine Herausforderung an“. Also begann er, sich mit der Welt der inaktiven Bewohner auseinanderzusetzen. Er wollte wissen, wie er sie zu Bewegung motivieren kann.

Jeder spielt gerne

Einer davon war Klaas. Ein Senior, der sich nie am Angebot zum Bewegen beteiligte. „Nachdem wir ein paar Tassen Kaffee zusammen getrunken hatten, erfuhr ich, dass Klaas früher Friseur war. Ich habe ein Spiel entwickelt, bei dem wir den Ball mit einem Haartrockner bewegen würden. Klaas fand es großartig und er hatte Lust, sich zu beteiligen“, berichtet Joël Kruisselbrink. Ihm wurde klar: Bewegungsanreize müssen auf den Interessen der Bewohner:innen basieren. „Denn seien wir ehrlich, jeder liebt es zu spielen“, ist der Niederländer überzeugt.

Interessen integrieren

Viele seiner Ideen bekommt er von den Bewohner:innen selbst. „Sie inspirieren mich! Manchmal lasse ich sie mitdenken. Die Bewohner genießen das und gewinnen an Selbstvertrauen, wenn sie etwas Spaßiges vorschlagen. Als Anleiter kann man das natürlich lenken“, erklärt Kruisselbrink. Auch der Austausch mit seinen Kolleg:innen ist ihm wichtig, um auf unterhaltsame und spielerische Weise Übungen zu entwickeln und gegenseitig Ideen auszutauschen. Dabei versucht er immer mit einfachen, bereits vorhandenen Mitteln seine Spielideen umzusetzen, so dass keine neuen Geräte extra gekauft werden müssen.

Freude an Bewegung

Kruisselbrinks Tipp für alle, die mit pflegebedürftigen Senioren arbeiten: „Das Wichtigste ist die Freude an der Bewegung! Ohne Freude gibt es keine Bewegung! Es sollte sowohl dir als Anleiter als auch den Bewohnern Spaß machen. So bleibt man dran.“ Er mache viele Gruppenübungen, aber auch viele individuelle Übungen. Gruppenübungen helfen gegen Einsamkeit. Seiner Erfahrung nach, haben aber auch viele Senior:innen Spaß an individuelle Übungen in der Gruppe. „Sie können einander zuschauen, Komplimente machen oder Tipps geben. Das stärkt die Bindung zueinander.“

Video: https://www.instagram.com/reel/CwpsEp1MepZ/?igshid=MTc4MmM1YmI2Ng==

 


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